Theateraufführung der Klasse 12b

Die Schülerinnen und Schüler führen das Stück "Öderland" von Max Frisch auf.

Ein Hauswart wurde erschlagen – ohne Grund, einfach so: Durch den Arbeitsalltag vom Leben entfremdet, hat ein anständiger Bankangestellter zur Axt gegriffen und gemordet. Diese Tat erschüttert Staatsanwalt Martin nachhaltig. Im Mörder und dessen Tat sieht er sein eigenes Gefangensein in einer bürgerlichen Existenz gespiegelt. Am Vorabend des Mordprozesses verbrennt er alle Akten und haut ab: Schluss mit der Monotonie, der bürgerlichen Enge und dem ermüdenden Eiertanz mit seiner Frau, die mit einem Rechtsanwalt fremdgeht. Auf seiner Flucht ergreift eine neue, mythische Identität von ihm Besitz. Als mysteriöser Graf Öderland beginnt Martin mit der Axt in der Hand einen Feldzug gegen den gesellschaftspolitischen Ist-Zustand. Innerhalb kürzester Zeit wird er zum Befreiungshelden, hinter dem sich Benachteiligte und Unzufriedene zu einer großen Anhängerschaft formieren. Unten in der Kanalisation kommt es schließlich zur Revolte gegen die herrschende Elite. Doch am Ende entpuppt sich, was anfangs als gesellschaftlicher Befreiungsschlag erschien, als ein verzweifeltes und brutales Ringen um die eigene innere Freiheit nach dem Motto: «Ich will nicht die Macht! Ich möchte leben!» Mit „Graf Öderland“, Max Frischs dunkel-poetischem Stück, das der Autor selbst sein „liebstes“ nannte, untersucht die Klasse 12b der Michael Bauer Schule in Stuttgart die explosive Mischung von gesellschaftlicher Entfremdung und Identitätskrise, von Populismus, Egoismus und menschlichem Freiheitsdrang.

Termin: Freitag, 6. und Samstag, 7. Februar 2026 um jeweils 20 Uhr im Festsaal

Der Eintritt ist frei, Spenden sind erbeten!